Thriller von Karin Slaughter

Erscheinungsjahr: 2008
512 Seiten

Inhalt
Als Abigail Campano an einem gewöhnlichen Nachmittag ihr Haus betritt, gerät sie in einen wahren Albtraum: Ein eingeschlagenes Fenster, blutige Spuren auf der Treppe – und der leblos wirkende Körper eines jungen Mädchens.
Darüber kauert ein Mann mit einem Messer in der Hand. Instinktiv greift Abigail an, ringt mit dem Eindringling und tötet ihn im Kampf. Doch bald stellt sich heraus: Das tote Mädchen ist nicht ihre Tochter – die lebt, wurde jedoch entführt.
Special Agent Will Trent übernimmt die Ermittlungen und stößt in den dunklen Abgrund einer der wohlhabendsten Gegenden Atlantas vor. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
Empfehlung
Der Klappentext von „Verstummt“ klang vielversprechend – spannend, düster und genau nach dem, was man von einem Thriller von Karin Slaughter erwartet. Umso größer war leider meine Enttäuschung beim Lesen.
Normalerweise schafft es Karin Slaughter, mich mit ihren spannenden Plots und starken Charakteren zu fesseln. Doch in diesem Band der Will-Trent-Reihe kam die Geschichte für meinen Geschmack viel zu langsam in Gang. Die Handlung zieht sich, echte Spannung baut sich erst ab Seite 300 von 500 auf – bis dahin war es für mich eher ein Durchhalten als ein Genuss.
Zwar ist der Schreibstil wie gewohnt hochwertig und flüssig, aber der Inhalt konnte mich diesmal leider nicht überzeugen. Es fehlte an Tempo, Wendepunkten und emotionaler Tiefe, wie ich sie aus anderen Slaughter-Thrillern kenne.
Fazit: nicht ihr bestes Buch, aber solide. Sollte man trotz allem in der Will Trent Reihe nicht auslassen!
Schreibstil
Ich schätze Karin Slaughters Schreibstil sehr – er ist flüssig, klar und angenehm leicht zu lesen. Besonders positiv fällt auf, dass sie auf übertriebene Metaphern oder ausschweifende Beschreibungen verzichtet. Stattdessen verwendet sie eine einfache, präzise Sprache, die es ermöglicht, schnell in die Handlung einzutauchen.
Ein markantes Stilmittel ist der regelmäßige Perspektivwechsel. In „Verstummt“, dem ersten Band der Will-Trent-Reihe, wechselt die Autorin zwischen verschiedenen Figuren, unter anderem Abigail Campano und Special Agent Will Trent. Das sorgt für Abwechslung und ermöglicht einen vielschichtigen Blick auf die Ereignisse.
Die Kapitelstruktur: Die Geschichte ist in sogenannte „Tage“ unterteilt. Jeder dieser Tage besteht aus etwa 3 bis 5 Kapiteln, wobei ein einzelnes Kapitel durchaus 30 bis 40 Seiten umfassen kann. Wer kurze Kapitel bevorzugt, braucht hier etwas Geduld – der Lesefluss bleibt aber dank des klaren Stils dennoch erhalten.

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